Press Release

Böswillige Angriffe waren 2020 für 80 % der Cyber-Schäden in Kontinentaleuropa verantwortlich

FRANKFURT   |   23. SEPTEMBER  2021

Im Jahr 2020 wurden 80 % der in Kontinentaleuropa gemeldeten Cyber-Schäden durch böswillige Angriffe verursacht (im Vorjahr noch 70 %). 32 % der Schäden entfielen in diesem Jahr auf Ransomware-Angriffe, also Ereignisse mit Lösegeldforderungen. Das sind mehr als doppelt so viel wie im Zeitraum 2016 bis 2019 (14 %). Insgesamt stiegen die gemeldeten Cyber-Schäden 2020 in Kontinentaleuropa um 8 %. Das ist das Ergebnis eines aktuellen Reports, den Marsh, der weltweit führende Industrieversicherungsmakler und Risikoberater, in Zusammenarbeit mit Microsoft, der internationalen Anwaltskanzlei CMS und Kivu, einem globalen Unternehmen für Cyber-Sicherheit, veröffentlicht hat.

Der Report "The Changing Face of Cyber Claims 2021" analysiert die von Marsh in Kontinentaleuropa von 2016 bis 2020 bei Cyber-Policen gemeldeten Schäden. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit und Schwere von Cyber-Angriffen stiegen die Cyber-Versicherungsprämien für Kunden in Kontinentaleuropa über alle Branchen hinweg im ersten Quartal 2021 um durchschnittlich 39 %, verglichen mit einem Anstieg von 37 % im vierten Quartal 2020.

Die am stärksten betroffenen Branchen bleiben gegenüber der Studie von 2019 unverändert Finanzinstitute, produzierende Industrie, Unternehmen der Kommunikations-, Medien- und Technologiebranche sowie Dienstleistungen. Die Schadenmeldungen in diesen vier wichtigen Branchen stiegen 2020 dabei jedoch deutlich an. Drei von ihnen verzeichnen sogar eine dreistellige Steigerung: produzierende Industrie (104 %), Kommunikations-, Medien- und Technologieunternehmen (153 %) und Dienstleistungen (200 %).

Laut dem Bericht schlugen Cyber-Kriminelle mit Beginn der COVID-19-Pandemie im März und April 2020 in Europa schnell Kapital aus der Angst der Menschen und starteten Angriffswellen. Altbewährte Taktiken und Schadsoftware trafen dabei auf den gestiegenen Informationsbedarf der Menschen zu pandemiebezogenen Themen.

„Böswillige Angriffe wie zum Beispiel Ransomware-Attacken werden immer raffinierter, da Cyber-Kriminelle versuchen, schwache organisatorische Schutzmechanismen und menschliche Schwächen auszunutzen", kommentiert Johannes Behrends, Leiter der Einheit CYRIS bei Marsh Deutschland, die Ergebnisse.

„Gerade Ransomware-Attacken laufen, im Gegensatz zu den Angriffen vor einigen Jahren, mittlerweile zielgerichtet ab. Immer häufiger suchen sich die Kriminellen dabei mittelständische Betriebe aus, die oft noch nicht ausreichend auf Angriffe vorbereitet sind. Die Erstellung von Notfallplänen und -protokollen sowie die Bildung von Krisenreaktionsteams, die schnell eingesetzt werden können, um die Krise zu bewältigen, sind von entscheidender Bedeutung. Während verbesserte Cyber-Sicherheit und Präventionsmaßnahmen die erste Verteidigungslinie darstellen, kann eine Cyber-Versicherung dazu beitragen, die Schwere eines Vorfalls abzumildern, Unternehmen durch die Unterbrechung und bis zur Wiederherstellung zu unterstützen und die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen.”

Über Marsh

Marsh ist der weltweit führende Industrieversicherungsmakler und Risikoberater. Unsere rund 40.000 Mitarbeitenden in mehr als 130 Ländern unterstützen mittelständische Unternehmen und Konzerne mit innovativen Absicherungslösungen und Beratungsleistungen. Für Marsh sind in Deutschland – inklusive der Beschäftigten von Marsh McLennan Deutschland – über 800 Mitarbeitende an den Standorten Baden-Baden, Berlin, Detmold, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, München, Saarbrücken, Stuttgart und Ulm tätig. Marsh ist ein Unternehmen von Marsh McLennan (NYSE: MMC), dem weltweit führenden Beratungsunternehmen in den Bereichen Risiko, Strategie und Personal. Marsh McLennan hat einen Jahresumsatz von über 17 Mrd. US-Dollar und hilft Kunden mit seinen vier Unternehmen Marsh, Guy Carpenter, Mercer und Oliver Wyman dabei, sich sicher in einem stetig dynamischer und komplexer werdenden Umfeld zu bewegen. Weitere Informationen finden Sie auf mmc.com, auf LinkedIn und Twitter oder abonnieren Sie BRINK.

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