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STUDIEN & ARTIKEL

Coronavirus (COVID-19) - so bereiten Sie sich vor

 


Das Coronavirus (COVID-19) breitet sich sprunghaft aus. Doch nicht nur in China, sondern weltweit nehmen die Infektionen mit dem Virus zu. Aufgrund der immer stärkeren globalen Vernetzung und den daraus entstehenden Abhängigkeiten bzw. Wechselbeziehungen sind die Auswirkungen auch für deutsche Unternehmen von großer Bedeutung. 

Das sich derzeit rasant und dynamisch entwickelnde Coronavirus macht das damit verbundene Risiko sowie das Schadenpotenzial monetär nur schwer bewertbar. Der Umgang mit dem Coronavirus stellt für betroffene Unternehmen, aber auch für den Staat und für Versicherer eine besondere Herausforderung dar. 

Betriebliches Notfallmanagement und Katastrophenfallvorsorge

Wie auch Behörden Präventionsmaßnahmen (z. B. Reiseverbote, Einreisebeschränkungen) erwägen und ergreifen, so besteht gleichfalls Handlungsbedarf für global agierende Unternehmen: Diese sollten ihre Notfall-Pläne in Bezug auf Geschäftskontinuität, Krisenmanagement und Krisenkommunikation überprüfen, testen und gegebenenfalls aktualisieren. Dabei sollten insbesondere die potenziellen betrieblichen und finanziellen Auswirkungen bzw. Störungen durch das Coronavirus wie z.B. der Ausfall von Mitarbeitern, von Einnahmen und von wichtigen Lieferanten im Rahmen bestehender Lieferketten identifiziert und analysiert werden. Es gilt, die kritischen Geschäftsprozesse samt den benötigen Produktions­faktoren und Zulieferern zu identifizieren, die für die Fortführung des Geschäftsbetriebes zwingend erforderlich sind.

Prüfung von Versicherungs­verträgen

Auch eine Überprüfung der Versicherungspolicen, insbesondere in den Sparten Haftpflicht sowie der klassischen Sach- und Ertragsausfallversicherung und der Sachschaden unabhängigen Betriebsunter­brechungsversicherung sollte mit Blick auf die Geltendmachung potenzieller Ansprüche erfolgen. 

Sachversicherung:

In der klassischen Sach- und Ertragsausfallversicherung muss der deckungsauslösende Sachverhalt, also die Schadenursache, gewöhnlich auf einem chemischen oder physischen Ereignis beruhen (Sachschaden). Ein Sachschaden durch das Coronavirus ist nach aktuellem Kenntnisstand auszuschließen. Ohne einen versicherten Sachschaden greift in diesen Versicherungsprodukten jedoch auch eine dazugehörige Ertragsausfallversicherung nicht. 

Betriebsschließungsversicherungen ermöglichen Versicherungsschutz bei bestimmten Krankheiten, sofern ein betroffener Betrieb aufgrund behördlicher Anordnung geschlossen oder durch bestimmte Maßnahmen beeinträchtigt wird. In einer klassischen Betriebsschließungsversicherung besteht in der Regel Versicherungsschutz für meldepflichtige Krankheiten und Krankheitserreger gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG). Eine Meldepflicht im Zusammenhang mit dem Infektionsschutzgesetz ist für das in Wuhan/ Volksrepublik China aufgetretene neuartige Coronavirus („2019-nCoV“) in Deutschland erst Ende Januar 2020 per Verordnung in Kraft getreten. Daher sollte in einer bestehenden Betriebsschließungs­versicherung geprüft werden, ob das Virus zu den versicherten Krankheiten gehört. Es gibt zudem auch sachschadenunabhängige Versicherungslösungen, welche je nach Art und individueller Ausgestaltung z. B. solche Krankheits­erreger oder Pandemien im Allgemeinen als Auslöser eines Ertragsausfalschadens erfassen können.

Haftpflichtversicherung:

In der Haftpflichtversicherung geht es primär darum, inwiefern der Versicherungsnehmer für (Gesundheits-, Sach-, Vermögens-) Schäden haftet. Die haftpflicht­rechtliche Relevanz zeigt sich insbesondere bei der Einhaltung einschlägiger Hygiene- und Sorgfalts­pflichten (z. B. Privatperson, Arbeitgeber, Krankenhäuser).  Allerdings dürften sich bei der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen Beweisschwierigkeiten ergeben. Die adäquate Kausalität zwischen Risikoquelle (Ursache) und Schadensfolge (Wirkung) ist regelmäßig nicht nachweisbar.

Sollte jedoch das durch das Virus begründete Gefahren­potenzial durch Einhaltung von Sicherheitsvorkeh­rungen gesenkt bzw. ausgeschaltet werden können, unterlässt der Versicherungsnehmer aber diese Vorkeh­rungen und es kommt zu einem Personen­schaden, so kann er für die Ansprüche wegen Schäden aus einer Ansteckung haftbar sein, soweit ihn ein Verschulden trifft und ein Nachweis der Kausalität gelingt.

Beispiele:

1. Haftpflichtanspruch aus unerlaubter Handlung
(§ 823 BGB): Mangelnde Hygiene- / Sicherheits­vorkehrungen gegen Ansteckung im Krankenhaus, Altenheim, beim Arzt, bei Fluggesellschaften/ Kreuzfahrt­schiffen). Der Mitarbeiter des Versicherungs­nehmers überträgt eine hoch ansteckende Infektions­krankheit, obwohl er sich der Ansteckungsgefahr bewusst ist.

2. Haftung für fehlerhafte Produkte (§ 1 ProdHG): Der Mitarbeiter eines Versicherungsnehmers schneidet Salate für eine Frische-Bar in einem Supermarkt. Dabei überträgt er eine Lungenerkrankung auf die Kunden.

7.18 AHB (Allgemeinen Bedingungen für die Haftpflichtversicherung) sieht zwar einen Ausschluss für Haftpflichtansprüche wegen Personenschäden vor, die aus der Übertragung einer Krankheit des Versicherungsnehmers resultieren. Ist der Versicherungsnehmer jedoch eine juristische Person, sind zwar Übertragungen von Krankheiten durch die Mitarbeiter denkbar, die Übertragung einer Krankheit juristischer Personen selbst ist aber unmöglich. Juristische Personen können nicht krank im humanmedizinischen Sinne sein. Insoweit ist der Ausschluss auf juristische Personen nicht anwendbar.

Transportversicherung:

Wie in der klassischen Sach- und Ertragsausfall­versicherung muss auch in der Transportversicherung als deckungsauslösender Sachverhalt ein Sachschaden an den transportierten Gütern vorliegen. Da jedoch das Virus nach dem aktuellen Kenntnisstand nicht von Sachen zu Mensch, sondern allein von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, fehlt es an einem die Deckung auslösenden Sachschaden durch das Coronavirus.

Veranstaltungsausfallversicherung:

Soweit Veranstaltungen aufgrund des Coronavirus z. B. wegen behördlicher Verfügungen abgesagt werden müssen, besteht kein Versicherungsschutz im Rahmen einer Veranstaltungsausfallversicherung. Die Bedingungen enthalten insoweit regelmäßig einen Ausschluss für Schäden, die unmittelbar oder mittelbar durch Epidemien und Seuchen entstehen. 

Erfahren Sie mehr in unserem Blickpunkt "Coronavirus - so bereiten Sie sich vor", den Sie rechts herunterladen können.

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