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STUDIEN UND ARTIKEL

Political Risk Map 2017

 


Im vergangenen Jahr wurde die westliche Welt gleich von zwei Ereignissen erschüttert: der Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union (EU) zu verlassen, und der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Beide Ereignisse werden sich auch 2017 und darüber hinaus auf das globale politische Geschehen auswirken. Andernorts wird die geopolitische Lage 2017 insbesondere von zahlreichen Wahlen, Unsicherheit in Zusammenhang mit Nachfolgefragen in mehreren Ländern und der anhaltenden wirtschaftlichen Polarisierung bestimmt. Internationale Unternehmen müssen sich dieser in der Political Risk Map 2017  von Marsh dargestellten politischen und wirtschaftlichen Risiken sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern bewusst sein und entsprechende Vorkehrungen treffen.

Sowohl das Votum Großbritanniens für den EU-Austritt als auch der Wahlsieg Donald Trumps wirkten wie ein Schock, da beide Entscheidungen den Status quo radikal in Frage stellen. Nationalistische Anti-Establishment-Parteien weltweit sehen sich durch diese Entwicklungen im Aufwind, denen u. a. folgende Faktoren den Boden bereitet haben:

  • Sprunghafter Anstieg der Zuwanderung
  • Wachsende Terrorgefahr
  • Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise.

Diese Faktoren werden auch 2017 die globalen politischen Risiken weiter verstärken. Angesichts zunehmend nationalistischer und protektionistischer Tendenzen in vielen Ländern scheint der „Höhepunkt der Globalisierung“ erreicht, was negative Vorzeichen für die künftige Entwicklung des Welthandels implizieren könnte. Die wichtigsten Entwicklungen, die man 2017 im Auge behalten sollte, sind:

Europa: Das Votum Großbritanniens zum Ausstieg aus der EU hat für große Unsicherheit in Bezug auf die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU gesorgt. Dies stellt multinationale Unternehmen vor Probleme. Die politische Herausforderung besteht nun darin, den richtigen Mittelweg zu finden zwischen der Einhaltung der Versprechen gegenüber den Wählern einerseits und ausreichend pragmatischen Regelungen zur Beruhigung des Establishments und der Wirtschaft andererseits. Auch in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Italien haben Anti-Establishment-Kräfte wachsenden Zulauf, eine Entwicklung, die möglicherweise weitere Rückschläge für das Europäische Projekt bedeutet.

Nordamerika: Im Hinblick auf die US-Außenpolitik – ein ganz wichtiger Faktor – hängt viel davon ab, ob Präsident Trump und seine Regierung in den internationalen Beziehungen einen Konfrontationskurs steuern oder einen pragmatischeren Kurs einschlagen. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der neue US-Präsident voraussichtlich eine weitaus aggressivere Außenpolitik betreiben wird als sein Vorgänger Barack Obama. Dies kann zu stärkeren Spannungen zwischen den USA und ihren wichtigsten Handelspartnern und Verbündeten sowie in den Beziehungen zu ihren geopolitischen Rivalen führen.

Asien: In Asien stehen im März die Wahlen in Hongkong an, im Herbst findet in China der Parteitag statt und für Dezember sind die Wahlen in Südkorea angesetzt. Diese Ereignisse werden in den kommenden Jahren die politische Lage in diesen Ländern, in der Region und weltweit mitbestimmen.

Nahost: Die iranischen Präsidentschaftswahlen im Mai werden darüber entscheiden, ob der relativ gemäßigte Präsident Hassan Rouhani eine zweite Amtszeit haben wird. Dies wird ausschlaggebend dafür sein, ob Teheran an dem bedeutenden Atomabkommen, das 2015 mit den wichtigsten Weltmächten geschlossen wurde, festhalten wird.

Afrika: In Afrika ist auch in 2017 mit gewaltsamen Konflikten in zahlreichen Regionen zu rechnen. Außerdem bestehen finanzielle Schwierigkeiten, die zu weiteren Zahlungsausfällen führen können.  Die Wahlen in Kenia und in der Demokratischen Republik Kongo, bei denen nach der Krise des letzten Jahres auf einen tatsächlichen Machtverzicht Präsident Kabilas gehofft wird, sind von besonderer regionaler Bedeutung.

Lateinamerika: Die politischen Krisen in Brasilien und Venezuela werden 2017 voraussichtlich im Mittelpunkt stehen, obgleich die Entwicklung in beiden Ländern in entgegengesetzte Richtungen gehen könnte. Zwar besteht in Brasilien weiterhin die Gefahr destabilisierender Korruptionsskandale, das Land scheint jedoch auf einem guten Weg zu sein. Venezuela hingegen befindet sich bereits im vierten Jahr einer sich verschärfenden politischen und wirtschaftlichen Krise.

Pazifikregion
: Australien steht exemplarisch für die Gratwanderung, die 2017 vielen stabilen Ländern bevorsteht: Das Land hat intensive Wirtschaftsbeziehungen zu China und eine enge sicherheitspolitische Kooperation mit den USA. Die diesjährigen Wahlen in Neuseeland lassen erheblich weniger Aufregung erwarten als in anderen Ländern.

Weltweit: Die Political Risk Map 2017  von Marsh zeigt geographische Muster in Bezug auf die Länder mit den größten politischen Risiken: Schwellenländer, insbesondere in Nordafrika und im Nahen Osten, sind besonders instabil. In Syrien, im Sudan, im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik, im Jemen und weiteren Ländern prägen Konflikte, Bürgerkriege und sozioökonomische Instabilität das Bild. Auch die Rivalitäten zwischen Weltmächten, beispielsweise der Konflikt im südchinesischen Meer unter Einbindung Chinas, Japans, Südkoreas und der USA, und Russlands zunehmend aggressives Vorgehen in Nachbarländern und Syrien, dürften sich 2017 weiter verstärken.

Für international tätige Unternehmen und lokale Unternehmen, die mit diesen in Geschäftsbeziehungen stehen, ist es entscheidend zu verstehen, wo diese Risiken virulent werden und wie sie sich auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken. Nur mit diesem Wissen können Unternehmen sich ernsthaft auf mögliche Szenarien vorbereiten und Risikomanagementstrategien zur Absicherung von Investitionsentscheidungen entwickeln.


ÜBER DIE POLITICAL RISK MAP 2017

Die Political Risk Map 2017  von Marsh basiert auf Daten und Erkenntnissen von BMI Research, einem führenden Anbieter für unabhängige Analysen zu politischen, makroökonomischen, finanziellen und branchenspezifischen Risiken. Sie gibt einen globalen Überblick über die Themen, mit denen sich international tätige Unternehmen und Investoren konfrontiert sehen.

Die interaktive Karte bewertet Länder nach politischer und wirtschaftlicher Stabilität und zeigt, wo sich voraussichtlich Risiken ergeben werden und welche Faktoren in den jeweiligen Ländern zu berücksichtigen sind, in denen ein Unternehmen möglicherweise geschäftlich tätig ist.