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STUDIEN & ARTIKEL

Studie „State of Play“ prognostiziert Veränderung des Geschäftsmodells der Industrieversicherung durch Digitalisierung

 


Vertrieb und Kunden treiben die Digitalisierung der Industrieversicherer an. Der zügige Wandel vom Produktgeber zum Risikopartner verspricht großes Potenzial. Doch um schnell genug vollumfängliche Kundenlösungen anbieten zu können, müssen Versicherer offen gegenüber digitalen Innovationen, Ideen und Partnern sein. Das zeigt eine gemeinsame Untersuchung von Marsh und der Strategieberatung Oliver Wyman.

Die Studie widmet sich der Digitalisierung in einem Bereich der Versicherungsindustrie, der bislang kaum im Mittelpunkt stand: dem Firmen- und Industriekundensegment in Deutschland. Denn nicht nur die Privatkunden, auch die Industriekunden sowie die Vertriebspartner der Versicherer haben heutzutage erhöhte Erwartungen an die Assekuranz. Die Stichworte dazu lauten: Effizienz, Transparenz, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit.

Die Relevanz und Priorität von Digitalisierung steht außer Frage:

  • 95 Prozent der befragten Industrieversicherer sehen Digitalisierung explizit auch im im Geschäft mit mittleren und großen Unternehmen.
  • Für 84 Prozent führt an Digitalisierung kein Weg vorbei.
  • 79 Prozent der Versicherer erwarten eine Veränderung ihres Geschäftsmodells durch Digitalisierung.
  • 90 Prozent räumen dem Auf- und Ausbau ihrer digitalen Fähigkeiten in den nächsten Jahren höchste und höhe Prioriät ein.

Aktuell steht der digitale Wandel der Industrieversicherung ganz am Anfang, und es ist  viel Luft nach oben. So werden die Technologien hinter den Schlagwörtern Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge und Blockchain von den Versicherern bisher kaum angewendet. Lediglich in Sachen Datenanalyse und Prognosemodelle gaben 18 Prozent der Befragten an, über „voll ausgebaute“ beziehungsweise im Branchenvergleich sogar „führende“ technologische Fähigkeiten zu verfügen.

Es lassen sich zwei Gruppen von Industrieversicherern deutlich in ihrem Digitalisierungsfokus unterscheiden:

  • Multinationale Spezialisten (Multinationals):  Internationale Versicherer mit spezifischem Fokus auf das Upper-Mid-Corporate- und Large Corporate-Segment und in mehreren Ländern agieren.
  • Regionale Generalisten (Regionals): Regional, generalistisch geprägte Versicherer, die alle Größensegmente von Kleinstgewerbe über KMU bis Upper Mid- und teilweise Large Corporates bedienen und zumeist in einer nationalen Struktur organisiert sind.

Daraus haben sich 5 Kernthesen ergeben:

  1. Regionale Generalisten sehen Digitalisierung als relevanten Differenzierungsfaktor im Upper-Mid-Corporate und Large-Corporate-Segment.
  2. Multinationale Spezialisten treiben Digitalisierung institutionell voran und haben bereits stärker in entsprechende Organisationsstrukturen investiert als die überwiegend national agierenden Versicherer.
  3. Beide Gruppen setzen unterschiedliche Schwerpunkte in der Digitalisierung.
  4. Multinationale Spezialisten haben einen Digitalisierungsvorsprung im Bereich Schaden.
  5. Multinationale Spezialisten bauen ihren Vorsprung auch in Bereichen aus, die über klassische Versicherungsprodukte hinausgehen.

Der Wandel zum digitalen Risiko- und Servicepartner wird den Dialog der kommenden Zeit bestimmen. Wer mit welcher Strategie im Zielsegment erfolgreicher sein wird, bleibt abzuwarten. Bisher erkennbar ist: Je größer das Potenzial einer Optimierung von Prozessen mittels Standards ist, desto stärker könnten Regionals mit ihrem spezifischen Wissen auf diesem Gebiet davon profitieren.

Je komplexer individuelle Konzepte sein werden, umso stärker werden multinationale Spezialisten ihre Fähigkeiten ausspielen können. Eines ist klar: Kapital und Underwriting-Kapazität allein reichen in Zukunft nicht mehr. Hinzukommen müssen digitale Fähigkeiten, die sich nicht ohne weiteres ad hoc aufbauen lassen und zur Eintrittsbarriere in diesen Markt werden.