Frankfurt a.M., 12. März 2026
Laut Marsh, einem weltweit führenden Unternehmen für Risiko, Rückversicherung und Kapital, Personal und Investments sowie Managementberatung, bringt der beschleunigte geopolitische Wandel eine seit Jahrzehnten nicht gekannte Komplexität mit sich. Diese Entwicklung wird erst einmal anhalten, da geopolitische Bruchlinien weiterhin Handel, Konflikte, Finanzströme und digitale Infrastrukturen beeinflussen. Wer diese Phase als Chance für Innovation, Differenzierung und Wachstum begreift statt nur als Störung, kann Entscheidungsstillstand vermeiden und sich langfristig Wettbewerbsvorteile sichern.
Der Political Risk Report von Marsh beschreibt die wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Trends, die multinationale Unternehmen und Investoren in diesem Jahr betreffen können. Führungskräfte erwarten in den nächsten zwölf Monaten erhebliche geopolitische Veränderungen und eine strukturelle Neuordnung. Sie investieren jedoch häufig zu wenig Zeit, um die strategischen Folgen für ihre Organisation zu analysieren und sich vorzubereiten. Stattdessen richten sie ihren Fokus weiterhin vorwiegend auf die unmittelbaren Effekte kurzfristiger Volatilität.
Wie stark ein Unternehmen vom geopolitischen Wandel betroffen ist, hängt von seiner geografischen Präsenz, dem Sektor und dem Stand der Risikovorsorge ab. Dennoch werden viele Firmen Druck auf physische und digitale Lieferketten spüren, mögliche Störungen durch physische und digitale Konflikte erleben und zunehmender politischer Einflussnahme bei Entscheidungen ausgesetzt sein. Auch die digitale Infrastruktur – von der Stromversorgung und dem Bau über den Bau von Rechenzentren bis hin zu Cloud‑Diensten und Satellitenkommunikation – rückt in den Blick von Regierungen, die sie mehr und mehr unter geopolitischen Gesichtspunkten bewerten. Im Wettlauf um die Vorherrschaft in Industrie 4.0 gewinnt dieser Bereich an Bedeutung.
Der Report rät, als Grundlage langfristiger Risikomanagementstrategien zu prüfen, wie sich die veränderten Regeln und Normen der vorwiegend von den USA geprägten globalen Ordnung auf das eigene Geschäft auswirken. Langfristige Strategien sollten klassischen Risikotransfer mit aktivem Aufbau von Resilienz verbinden. Instrumente wie Kredit‑ und politische Risikoversicherungen sowie Garantien helfen, Kredit‑ und Liquiditätsrisiken zu steuern, Zahlungsströme zu stabilisieren und vor Ausfällen von Gegenparteien sowie geopolitischen Risiken im Hinblick auf Investitionen zu schützen.
Angela Duca, Leiterin Global Credit Specialties bei Marsh Risk, sagt: „Der beschleunigte geopolitische Wandel bringt eine Komplexität hervor, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr zu beobachten war – zugleich eröffnet er auch erhebliche Chancen. Gut vorbereitete Unternehmen können diese nutzen, um das Entstehen einer neuen Weltordnung als Motor für Wachstum, Differenzierung und Expansion zu nutzen.
Eine gemeinsame Sicht der Führungsebene auf die Auswirkungen geopolitischer Veränderungen, integriert in Planungsprozesse und operative Bereiche, schafft mehr Klarheit und Zuversicht. So lassen sich weiterhin Risiken eingehen, Investitionen verfolgen und internationale Geschäfte ausbauen, während neue Allianzen in der globalen Handelsarchitektur entstehen.“