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Wie Captives Unternehmen bei ESG helfen können

Weltweit sehen sich Unternehmen mit steigenden Erwartungen ihrer Stakeholder - darunter Aufsichtsbehörden, Investoren, Rating-Agenturen, Kunden und Mitarbeiter - konfrontiert, Umwelt-, Sozial- und Governance-Programme (ESG) einzuführen und die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit transparenter darzustellen.

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Die Erwartungen unterschiedlicher Stakeholder – wie Regulierungsbehörden, Investoren, Rating-Agenturen, Kunden aber auch Mitarbeitende – an Unternehmen, ESG (Environmental, Social, Governance)-Programme einzuführen und die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit transparenter zu machen, steigen weltweit. Da in vielen Fällen noch erprobte und standardisierte ESG-Praktiken fehlen, ist oft unklar, wie im Detail vorzugehen ist. Da ESG eine unternehmensweite Aufgabe ist, sollten Firmen auch überlegen, wie Captive-Versicherungen – ein Instrument, das einige bereits einsetzen – ihre ESG-Strategie unterstützen können.

Der Wert einer Captive für E, S und G

Eine Captive (firmeneigene Versicherungsgesellschaft) ist ein zugelassenes Versicherungs- oder Rückversicherungsunternehmen, das sich im Besitz einer Nicht-Versicherungsgesellschaft befindet und die Risiken seiner Muttergesellschaft und/oder der mit ihr verbundenen Unternehmen versichert oder rückversichert. Unternehmen, die Captives gegründet haben, kaufen entsprechend ihrer individuellen Risikostrategie oft auch Erst- oder Rückversicherungsschutz auf dem externen Markt, um sich vor Katastrophen- und anderen Risiken zu schützen. Captives werden immer relevanter, wenn es darum geht, die Volatilität des Versicherungsmarktes gegenüber dem Unternehmen abzufedern, und gleichzeitig ein flexibles Mittel für das Risikomanagement zu bieten.

Jeder „Buchstabe“ in ESG repräsentiert Risiken und Chancen, die für jedes Unternehmen unterschiedlich sind. Wo auch immer sich ein Unternehmen auf seinem ESG-Weg befindet, kann eine Captive hilfreich sein, indem sie bewährte Lösungen zur Risikominderung und zur Unterstützung verschiedener Aspekte von ESG anbietet, einschließlich:

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Zu den Umweltaspekten gehören die Minimierung der Auswirkungen auf die Umwelt, die Überwachung und Reduzierung von Energieemissionen, die Verringerung von Abfällen durch ein besseres Ressourcenmanagement und der Einsatz grüner Technologien. Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft verändert den Risikoappetit der Industrieversicherer. Diese Veränderungen zeigen sich bereits in reduzierten Versicherungskapazitäten für bestimmte Geschäftsmodelle oder einzelne -aktivitäten. Captives können Deckungslücken, Ausschlüsse, klimabezogene Gefahren, Vermögenswerte aus erneuerbaren Energien und mehr abdecken.

Die sozialen Aspekte von ESG umfassen die Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Mitarbeitenden, Kunden, Lieferanten und der Gesellschaft. Gesundheits- und Sicherheitsstandards sowie Benefit-Programme für Mitarbeitende sind zwei Bereiche, in denen Unternehmen soziale Aspekte berücksichtigen können. Captives können dazu beitragen, die mitarbeiterbezogenen Leistungen für multinationale Unternehmen zu harmonisieren, Programme für die Bindung, Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitenden zu finanzieren und Diversity & Inclusion-Programme (DEI) zu unterstützen.

Gute „Governance“ bedeutet im Wesentlichen eine positive Antwort auf die Frage: "Führen wir unser Unternehmen effektiv?". Aspekte für eine gelungene Führung sind z. B. ein effektives Risikomanagement sowie die Einhaltung von Vorschriften, Existenz ethischer Standards, größere Vielfalt im Vorstand und hohes Maß an Transparenz. Das Vorhandensein einer Captive kann als "Beleg" für eine gute Unternehmensführung betrachtet werden, die sich in einer formalisierten Risikofinanzierung und -berichterstattung in einer lizenzierten, regulierten, und separierten rechtlichen Einheit zeigt.

Da Captives über eigene Vorstände und investierbare Vermögenswerte verfügen, können sie die ESG-Strategien ihrer Muttergesellschaften widerspiegeln und ergänzen. Sehen wir uns dazu den Fall eines nationalen Handelsunternehmens an, das sein ESG-Profil verbessern wollte: Das Engagement des Unternehmens zeigte sich bereits auf positive Weise in den Aspekten Gesellschaft und Umwelt. Es war unberücksichtigt belassen, wie die Captive bei diesen Bemühungen eine Rolle spielen könnte, bis die Auswirkungen von Captives auf die Unternehmensführung auch hier erkannt wurden. Als reguliertes Versicherungsunternehmen fördert eine Captive aktives Risikomanagement und erlaubt permanente Aufsicht und Kontrolle. Dies bietet wiederum der Muttergesellschaft die Möglichkeit, fundierte Entscheidungen über Risiken zu treffen.

Captives können daher nicht nur das Risikoprofil ihrer Muttergesellschaften gegenüber dem Industrieversicherungsmarkt verbessern, sondern bieten auch eine Plattform, welche die Teams aus dem Risikomanagement-, Rechts-, Finanz-, Buchhaltungs-, Personal- und Innenrevisionsbereich bei der Erfüllung ihrer jeweiligen Verantwortungen im Unternehmen unterstützt.

Zusätzliche ESG-Vorteile von Captives

Wenn Muttergesellschaften ihre Captives in ESG-Programme einbeziehen, kann dies einen Mehrwert in nachfolgenden Punkten generieren:

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Captives können aus ihrem Underwriting-Geschäft erhebliche Kapitalüberschüsse erwirtschaften, die wiederum ihren Muttergesellschaften zur Unterstützung grüner Investitionen bereitstehen können. Im Jahr 2021 verzeichneten z. B. die von Marsh verwalteten Captives einen Überschuss von mehr als 110 Milliarden US-Dollar.

Captives können dazu beitragen, die Gesamtrisikokosten zu senken, was die finanzielle Nachhaltigkeit erhöht. Captives können dadurch auch eine Verschlechterung der Rentabilität verhindern und so dazu beitragen, ESG-Programme langfristig zu unterstützen.

Unternehmen können ihre Überschüsse nutzen, um Innovationen zu finanzieren.

Ein Unternehmen aus dem Gesundheitssektor richtete beispielsweise ein internes Innovationslabor ein und sammelte Ideen von Mitarbeitern aus der Praxis. Das Ergebnis waren neue Programme, die zu einer Senkung der medizinischen Kosten führten und sowohl Mitarbeitenden wie auch dem Unternehmen und den Patienten zugutekamen.

Schritte, die Captive-Eigentümer in Bezug auf ESG unternehmen können

Unternehmen mit Captives können verschiedene Schritte unternehmen, um diese in ESG-Programme zu integrieren:

  • Kontaktaufnahme mit dem ESG-Team der Muttergesellschaft, Besprechung des Programmbedarfs und der Möglichkeiten, wie die Captive diese unterstützen kann. Captives könnten zum Beispiel bei der Finanzierung von Umwelt-, Gesundheits-, Sicherheits- und Benefits-Programmen helfen.
  • ESG kommt auf die Agenda des Captive-Vorstands, um die Abstimmung mit der Muttergesellschaft über Programme und Anlagestrategien zu diskutieren. Viele Captives neigen dazu, die Investitionsvorgaben ihrer Muttergesellschaft zu befolgen, aber als reguliertes Versicherungsunternehmen können Captive-Investitionen weiter diversifiziert und so grüne Investitionsstrategien akzentuiert werden.
  • Unverbindliche Bewertung des ESG-Programms der Organisation mit dem ESG Risk Rating Tool von Marsh. Diese Selbsteinschätzung misst die ESG-Leistung eines Unternehmens.

Für weitere Informationen, laden Sie “The ESG Captive Solutions Guide” herunter und sprechen Sie mit Ihrem Marsh Kundenberater

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